Dieses Setting entwickelt eine besondere Qualität in der geschlechtshomogenen Gruppe. Nach wie vor arbeiten überwiegend Frauen mit Jungen(gruppen). Energie und Eigenheiten solcher Konstellationen gut zu verstehen erleichtert die Arbeit für Männer wie auch für Frauen. Auch die demografische Entwicklung stellt die Kinder- und Jugendarbeit in ländlichen Raum vor neue Herausforderungen. Wie können unter diesen spezifischen Bedingungen Angebote aussehen? Welche Ansatzpunkte bietet die geschlechtsspezifische Jugendarbeit und speziell die Jungenarbeit hier?
Unsere Veranstaltung will für das Verhalten von Jungen sensibilisieren. Im praktischen Teil soll es darum gehen, Zugänge und Methoden kennen zu lernen, die den Arbeitsalltag und die Beziehungsgestaltung zu Jungen erleichtern.
Für weibliche und männliche Fachkräfte, die mit Jungen arbeiten (wollen / sollen).
Datum:
02. Mai 2012
Ort:
Stadtteilzentrum Wolke 14, Sonneberg
Kosten:
Normalbeitrag 15 € (für Unterkunft, Verpflegung und Tagungsgebühr)
Tagungsleitung:
Jürgen Reifarth
/ Matthias Scheibe, „Lichtblick“ – Zentrum für Jugendsozialarbeit, Sonneberg
Wie wird es im Himmel sein? Mit Mut, Witz und Grazie erkunden der Theologe und Schriftsteller Georg Magirius und die Harfenistin Bettina Linck das Grenzland zwischen Tod und Leben. Zweifel und Vergeblichkeit werden dabei nicht geleugnet, sondern sind vielmehr der Ausgangspunkt, von dem aus sich die beiden immer tiefer in eine Realität hineinspielen, die jenseits der Beweise beginnt. „Diese Erzählungen sind Himmelsspiele, eine wunderbare Traumeinladung und –erlaubnis mit vielen Glücksmomenten“, urteilt Gabriele Wohmann über Magirius‘ Buch „Sein wie die Träumenden“. Der musikalisch-poetische Abend ist inspiriert von dem Mut, der Sehnsucht zu trauen, dass das Ende der Anfang ist – der Anfang von etwas ganz Anderem.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Weimarer „Lesarten“ statt, die sich 2012 dem Motto „Mut“ widmet. Veranstalter des Abends sind die Evangelische Akademie Thüringen und die Kulturdirektion der Stadt Weimar.
Eine deutsch-deutsche Begegnung für Jugendliche an der ehemaligen Grenze
Mehr als vier Jahrzehnte war Deutschland geteilt, reichlich 28 Jahre davon waren geprägt von einer nahezu undurchlässigen Grenze. Die Menschen hatten sich auf ein Leben in zwei Staaten eingerichtet. Wer das nicht für normal hielt oder gar aktiv diesen Zustand verändern wollte, fand sich schnell als Außenseiter beiderseits von Mauer und Stacheldraht. Nach 1989 dauerte es nur wenige Jahre bis von der Grenze fast nichts mehr zu sehen war. Gibt es sie dennoch auch heute noch? Wie unterscheiden sich ost- von westdeutschen Lebensläufen? Gibt es auch heute noch bei Jugendlichen, die schon weit nach dem Mauerfall geboren wurden, bestimmte ost- oder westdeutsche Prägungen? Ein Blick in unser geteiltes, zusammenwachsendes Land mit Jugendlichen aus Thüringen und Hessen.
Der Zusammenhang von Bildung, Geschlecht und Biografieverlauf in der frühkindlichen Entwicklung
Jungen haben eine geringere Lesekompetenz als Mädchen. Und das „Lesefenster“ schließt sich mit der Pubertät. Wer davor nicht gelesen hat, wird es danach kaum noch tun. Die Bildung im frühen Kindesalter ist wesentlich für eine gelingende biographische Entwicklung. Darin sind sich alle Experten einig. Wie aber diese Bildung auszusehen hat, daran scheiden sich die Geister nicht nur in den Kultusministerien. Wenig ist bisher im Bildungs-Blick, dass auch soziale Geschlechtsunterschiede im frühen Alter festgeschrieben werden, mit all den vorteilhaften oder unerwünschten Folgen. Unser zweiter Bildungstag zur Mitteldeutschen Jungenarbeit will die frühkindlichen Bildungspläne mit der erzieherischen Praxis und mit Biografieverläufen von Jungen in Beziehung setzen. Welche Erfahrungen müssen dabei berücksichtigt werden? Wo werden die Weichen gestellt für die feststellbaren Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, die sich in den Bildungsbiographien niederschlagen?
Datum:
08. Mai 2012 - 09. Mai 2012
Veranstaltungsart:
Zweiter Bildungstag zur Mitteldeutschen Jungenarbeit
Ort:
Zinzendorfhaus, Neudietendorf
Kosten:
50 €, erm. 40 €
Tagungsleitung:
Jürgen Reifarth
/ Christian Kurzke, Evangelische Akademie Meißen
„Es gibt keine Kneipe in Bresekow. Es gibt überhaupt nichts. Es ist das Zentrum des Nichts, das sich kurz hinter Berlin auftut und bis Rostock nicht aufhört. Ein hässliches Endlein der Welt, über das man besser den Mund hält“. In kurzen genauen Beobachtungen werden Orte und Personen des Romans plastisch. In dieses Zentrum des Nichts gerät Paul. Er stammt aus Irland, aber seine Großmutter in Bresekow ist gestorben. Paul wird mitten hineinversetzt in die Nachwende-Tristesse Meck-Pomms. Die Jugendlichen treffen sich in der „Elpe“, dem alten LPG-Gelände. Beschränkte Horizonte sind Nährboden für Gefühlskälte, Gewalt und rechte Orientierungen. In der präzisen Beschreibung auch der unsympathischen Akteure werden diese nicht als Klischee denunziert, sondern „Dinge, die wir heute sagten“ entwirft eine literarische Beschreibung ostdeutscher Zustände (auch) in der Perspektive Jugendlicher. Aussichtslosigkeit und feige Gewalt kommen darin ebenso vor, wie Mut, Menschlichkeit und Hoffnung. Damit ist dieser Roman – ohne in den Duktus der Gesellschaftskritik zu verfallen – gesellschaftlich aktuell und provozierend. In Lesung und im Gespräch mit der Autorin wollen wir den Personen des Romans in den Erzähllinien nachspüren und zugleich nach der Bedeutung für die Gestaltung einer lebendigen Lebenswelt und Zivilgesellschaft fragen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der
Weimarer „Lesarten“ statt, die sich 2012 dem Motto „Mut“ widmet.
Veranstalter des Abends sind die Evangelische Akademie Thüringen und die
Kulturdirektion der Stadt Weimar.
Zwei kirchenpolitische Protagonisten des 20. Jahrhunderts in Mitteldeutschland
Sie gehörten einer Generation an, stammten aus einer Region, waren Mitglieder der gleichen Kirche. Sie lasen in der einen Bibel. Nach 1945 wirkten beide prägend in den früheren Teilkirchen der EKM: Kreyssig in der Kirchenprovinz Sachsen und Grundmann in der Landeskirche Thüringen. Doch ihre Lebenswege konnten unterschiedlicher kaum sein: Kreyssig widersetzte sich als Jurist den Rechtsbrüchen der Nazis und klagte führende Funktionäre des Mordes an, war aktiv in der Bekennenden Kirche und versteckte Juden. Grundmann entwickelte als führender „Deutscher Christ“ eine völkische Theologie, bereitete den Nationalsozialisten den Weg in die Kirche, entwarf eine sogenannte „entjudete“ Bibel, missbrauchte Evangelium und Recht. Der eine war Richter, der theologisch gedacht hat; der andere Theologe, dessen Argumente enorme rechtliche Konsequenzen hatten. Entlang der Spuren beider Akteure wird untersucht, wie das jeweilige
Bibel- und Gesellschaftsverständnis sich gegenseitig beeinflussen und
wie sie in ihre Entscheidungen hineingespielt haben. Gefragt wird auch, wie sich in der Spannung von gesellschaftlichem Kontext und dem Verhältnis zur Bibel Gewissen bildet. Vor dem Hintergrund der biografischen und kontextuellen Befunde wird nach den Konsequenzen für die theologische Reflexion und die christliche Existenz heute gefragt.
Herausforderungen ökologischer Politik in Zeiten der Finanzkrise
Wenn wir die ökologischen Wachstumsgrenzen ernst nehmen, müssen wir die Treibhausgasemissionen stark senken. Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir zukünftig in einer 2000-Watt-Gesellschaft leben werden – mit maximal 2 t Kohlendioxid-Ausstoß pro Einwohner und Jahr. Dafür muss der Energieverbrauch in Deutschland auf rund ein Drittel gesenkt werden. Ist der Green New Deal dafür ausreichend? Oder müssen wir unseren Lebensstandard ändern, um eine echte, absolute Senkung von Energie- und Ressourcenverbrauch zu erreichen? Was heißt das für die Energieversorgung? Können wir unseren Energiehunger zähmen – und ein Vorbild für die Welt werden?