Studienleiterin Lena Lehmann: Erste Eindrücke, Sondierungen - und spannende Pläne

Seit Anfang Februar hat die Politische Jugendbildung in der Evangelischen Akademie Thüringen mit Lena Lehmann eine neue Studienleiterin. Nach den ersten Wochen des Ankommens fragen wir nach, wie ihre ersten Eindrücke sind, welche Themen und Projekte anstehen und was unsere neue Kollegin so umtreibt.
Ein erstes positives Fazit von Lena Lehmann gilt ihrer Umgebung, denn den Arbeitsort Neudietendorf samt den schönen Räumen der Akademie auf dem Gelände des Zinzendorfhauses mag sie sehr; sie schätzt die geordneten Strukturen, das wohlwollende Team und fühlt sich gut ausgestattet für ihren Start: „All diese Rahmenbedingungen helfen mir, mich gut zu sortieren“.
‚Sortieren‘ müsse sich die gebürtige Hallenserin – und darin sieht sie ihre derzeitige Herausforderung – vor allem in den Thüringer Strukturen, denn zuletzt hat sie in Sachsen-Anhalt landesweit gearbeitet, und „jedes Bundesland hat seine Eigenlogik“, so Lehmann. Seit ihrem Dienstantritt ist sie damit beschäftigt, Kontakte zu knüpfen, Netzwerke kennenzulernen und in Austausch zu treten. Schwer fällt ihr das keineswegs, denn Einzelgängertum ist ihre Sache nicht: „Dinge wachsen im Miteinander. Ich arbeite gerne im Verbund, denn durch Kooperation entstehen Synergieeffekte, die nicht nur eine Entlastung durch Arbeitsteilung, sondern auch eine Bereicherung darstellen.“ Im Grunde betreibe sie gerade so etwas wie „eine sehr grobe Feldforschung“ über die Bedarfe der Jugendbildung in Thüringen.
Expertise bringt Lena Lehmann vor allem zu Fragen von Ungleichwertigkeitsideologien mit. So hat sie, nach ihrem damaligen Berufseinstieg in der Jugendsozialarbeit und Hilfen zur Erziehung, bundesweit viel zu Rechtsextremismus und Kinderschutz, insbesondere zum Aufwachsen in rechtsextremen Milieus, gearbeitet.
Ihre Zielgruppe sei abwechslungsreicher als in ihrer letzten Tätigkeit, stellt sie fest, denn nun habe sie von Kindern, Jugendlichen, über junge Erwachsene bis hin zu den Multiplikator:innen der Jugendbildung alle im Blick. Sowieso sei sie überzeugt von mehrgenerationalem Arbeiten, bei dem alle voneinander lernen können, einschließlich sie selbst als Bildnerin. Erst diese Woche habe sie das bei den Osterferien-Workshops in der Jugendbildungsstätte Junker Jörg in Eisenach erleben können, wo sie bei einem Angebot für Kinder im Projekt „Geistraum“ dank einer VR-Brille mit dem Kajak in der Antarktis unterwegs sein durfte.
Neben der Netzwerkarbeit gilt es auch schon, konkrete Projekte zu planen. Veranstaltungen, die für das zweite Halbjahr anstehen, sind zum Beispiel ein Fachtag für Multiplikator:innen zum Thema Verschwörungserzählungen, ein Rap-Workshop für Jugendliche mit dem Schwerpunkt auf Körperbilder und Cybermobbing, sowie ein „Mut-Wochenende“ zur Demokratiestärkung für junge Erwachsene.
Und was macht Lena Lehmann gerne, wenn sie nicht arbeitet? Dann ist sie entweder als Aktivistin in ihrem Wohnort Halle unterwegs, etwa beim Bündnis für Zivilcourage „Halle gegen Rechts“, denn es liegt ihr, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam etwas zu organisieren. Oder sie widmet sich ihrem langjährigen Hobby seit Kindertagen, dem Tanz.
Veröffentlicht am 16. April 2026








