Evangelische Akademie Thüringen

Publikationen

epd Dokumentation „Die Zukunft der Kirche ist weiblich“

5,90 €

Bestellung über www.epd.de

epd Dokumentationen

Nr. 25/26 2011 – Die Zukunft der Kirche ist weiblich

Zur Ambivalenz der Feminisierung von Gesellschaft, Kirche und Theologie im 20. Jahrhundert.

Die Dokumentation versammelt sozialwissenschaftliche und historische Analysen sowie Impulse für die kirchliche und gesellschaftliche Praxis und Personalentwicklung der Tagung „Die Zukunft der Kirche ist weiblich“.

Aus der Einführung von Dr. Rajah Scheepers

„Als wir begannen, diese Tagung zu planen, war von der der Aktualität und Brisanz des Themas nur mittelbar etwas zu spüren gewesen. Dabei ist es eigentlich kein neues Thema, die gefürchtete, beschworene oder ersehnte ‚Feminisierung von Kirche und Theologie‘: Bereits vor 25 Jahren schrieb der Journalist Franz Alt in dem von Heiner Geißler unter der Überschrift ‚Abschied von der Männergesellschaft‘ herausgegebenen Buch ‚eine Feminisierung der Kirche ist notwendig‘. Weiter heißt es dort: ‚Die Zukunft und wahrscheinlich auch die Rettung der Kirche liegt in ihrer Feminisierung. Mehr Weiblichkeit in der Kirche würde mehr Menschlichkeit bedeuten« (S. 95).

In den letzten Jahrzehnten hat sich viel getan im Bereich der beiden großen Kirchen. So beschloss die Synode der EKD 1989, dass kirchliche Gremienparitätisch mit Männern und Frauen zu besetzen seien, mindestens sollte der Frauenanteil jedoch 40 Prozent betragen. Doch noch im Februar 2011 konstatierte selbst der Ratsvorsitzende der EKD, dies sei noch lange nicht erreicht – und sprach sich für die Quote aus.

Die sogenannte Feminisierung von Gesellschaft, Kirche und Theologie ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Frauen haben im 20. Jahrhundert Kirche und Theologie mitgestaltet – und zwar im Unterschied zu den vorherigen 19 Jahrhunderten – als akademisch gebildete Theologinnen. Die Geschichte der Theologinnen, angefangen von den ersten Studentinnen über die frühen Amtsträgerinnen bis hin zum Kampf um das Recht, den seit jeher Männern vorbehaltenen Talar tragen zu dürfen, und schließlich bis zur Debatte um eine Frau (geschieden und vierfache Mutter) an der Spitze der EKD, ist eines der spannendsten Kapitel der Kirchengeschichte. Sie ist gleichzeitig ein herausragendes Beispiel für die Feminisierung von Wissenschaft und Gesellschaft im 20. Jahrhundert.

Doch es geht nicht nur darum, ob und welche Stellen und Funktionen zunehmend von Frauen besetzt werden, und besetzt werden sollen, sondern es geht vor allem um die Wertungen, die mit diesem Prozess verbunden sind.“