Evangelische Akademie Thüringen

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Raus aus der Filterblase

  • Carl und Jovanka beim Gesprächstraining: Wie stelle ich gute Fragen und höre bei der Antwort wirklich zu? Foto: © EAT
    Carl und Jovanka beim Gesprächstraining: Wie stelle ich gute Fragen und höre bei der Antwort wirklich zu? Foto: © EAT
  • Die Bubble Crasher sammelten gemeinsam Tipps und Tricks zum Gelingen guter Gespräche. Foto: @ Ev. Akademie Sachsen-Anhalt
    Die Bubble Crasher sammelten gemeinsam Tipps und Tricks zum Gelingen guter Gespräche. Foto: @ Ev. Akademie Sachsen-Anhalt
  • Mit wem muss ich sprechen, um meine Filterblase zu verlassen? - In der Projektplanung wurden Orte und Menschen in den Blick genommen, mit denen die Bubble Crasher ins Gespräch kommen wollen. Foto: @ EAT
    Mit wem muss ich sprechen, um meine Filterblase zu verlassen? - In der Projektplanung wurden Orte und Menschen in den Blick genommen, mit denen die Bubble Crasher ins Gespräch kommen wollen. Foto: @ EAT

„Ich verstehe überhaupt nicht, wie man so denken kann!“
„Du kannst das also nicht verstehen? Was meinst du denn genau mit ‚so‚?“
„Na, so gemein, so ungerecht…“
„Du findest dieses Denken also gemein und ungerecht?“
„Ja, weil das doch einfach nicht geht, andere Menschen so abzuwerten!“

Sophie und Dominik sitzen sich im Kaminzimmer des Johanniterhauses in Wittenberg gegenüber und üben. Sie sind beide Anfang 20 und nehmen am Projekt „Bubble Crasher – Raus aus der Filterblase“ der Evangelischen Akademien in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen teil. Ziel des Projekts ist es, junge Erwachsene darin zu bestärken, ihre vertrauten Kreise zu verlassen und mit Menschen zu sprechen, die eine ganz andere Lebenswirklichkeit haben oder politisch ganz anders ticken. Damit erweitern sie ihren Horizont, verstehen die Positionen anderer besser und schaffen es vielleicht sogar, dass sich Menschen besser verstanden fühlen und selbst über ihre Filterblase ins Nachdenken kommen.
Das Vorhaben ist aber nicht ohne Herausforderung! Denn wie schaffe ich es mit jemandem zu sprechen, dessen Meinung mir völlig gegen den Strich geht? Wie kann ich erst zuhören, dann werten und dennoch deutlich machen, was ich davon halte, ohne einen Streit zu eskalieren? Wo ist meine rote Linie, bei der ich ein Gespräch abbreche? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden vom 01. bis 03. Februar in Wittenberg. Dr. Holger Kaffka, Erwachsenenbilder, Kommunikations-Coach und Pfarrer, und Valentina Hechelmann, Praktikantin an der Evangelischen Akademie Thüringen, unterstützte sie dabei und leitete Übungen im Gesprächstraining an. Im Anschluss planten die Bubble Crasher, wohin es mit dem Projekt gehen soll und mit wem sie ins Gespräch kommen möchten: z. B. mit Menschen, die auf dem Dorf leben, mit Menschen, denen Glaube sehr wichtig ist, oder mit Seniorinnen und Senioren, um zu erfahren, was sie auf ihrem Lebensweg besonders geprägt hat.
„Ich habe total viel über mich selbst gelernt, worüber ich erst mal noch nachdenken muss“, fasst Julia aus Erfurt das intensive Wochenende zusammen. „Ich will mir unbedingt merken, wie man gut zuhört, und bin ganz gespannt auf die Menschen, denen wir begegnen werden!“ Bis September werden die Bubble Crasher Erfahrungen sammeln und online darüber berichten – hier im Blog oder in Sozialen Netzwerken unter #bubblecrasher.