Evangelische Akademie Thüringen

Thüringen 19_19

Goethe-Schiller-Denkmal Weimar  (c) Foto: Andreas Fiedler
Goethe-Schiller-Denkmal Weimar (c) Foto: Andreas Fiedler

Die Evangelische Akademie Thüringen und die Landeszentrale für politische Bildung haben bereits im September 2014 damit begonnen, einen gemeinsamen Diskussionsprozess unterschiedlicher Bildungsträger in Thüringen bezüglich der Demokratiegeschichte in Deutschland zu initiieren.

2019 gibt es drei Gedenkanlässe zur Demokratiegeschichte in Deutschland:

Vor 100 Jahren wurde mit der Weimarer Reichsverfassung beschlossen, „Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, dem inneren und dem äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaftlichen Fortschritt zu fördern“. Die Zeit für positive Erfahrungen mit der Demokratieentwicklung war nur kurz, die erste deutsche Republik endete im Nationalsozialismus mit all seinem Unheil für die Welt.
Vor 70 Jahren bekannte sich die neu gegründete Bundesrepublik mit dem Grundgesetz „zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“. Seither gilt die Würde des Menschen als unantastbar. Die folgenden Jahrzehnte sind, mit allen bis heute berechtigten Kritiken, eine Erfolgsgeschichte der Demokratie in Deutschland.
Vor 30 Jahren war in der DDR die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit, Demokratie, Frieden und Freiheit so drängend geworden, dass sie in der Friedlichen Revolution auf die Straße getragen wurde. Es folgte ein Jahr vielfältiger, grundlegender demokratischer Veränderungen, an denen sich viele Menschen beteiligten.
Die demokratischen Erfahrungsräume 1919 – 1949 – 1989 bilden den konzeptionellen Rahmen für das tätige Vorhaben „Thüringen 19_19“. Bis 2019 sollen im Thüringer Bildungswesen – Kindertagesstätten, Schulen, außerschulische Einrichtungen – jeweils 19 besondere Lernorte der Demokratie- und Menschenrechtsbildung dauerhaft etabliert werden. Die Herausforderungen, in denen sich die Gesellschaft in Deutschland befindet machen deutlich: Demokratie ist nicht selbstverständlich, sie ist ein Prozess und muss immer weitergedacht werden.

Im Jahr 2016 wurden für die Umsetzung bereits wesentliche Grundlagen geschaffen. Der konzeptionelle Rahmen wird im kommenden Jahr weiterentwickelt und erste Demokratie-Qualifizierungen werden auf den Weg gebracht. Zudem wird ein struktureller Rahmen geschaffen, in dem zivilgesellschaftliche Träger der Demokratie- und Menschenrechtsbildung konzertiert zusammenwirken. Weitere Partner werden eingeladen, sich zu beteiligen.

Alle Informationen zur Initiative, ihre Unterstützer, die Thesen zur Demokratie- und Menschenrechtsbildung in Thüringen finden Sie unter: www.thueringen19_19.de.