Am Sonntag, dem 9. Juli hat Akademiedirektor Michael Haspel im Gottesdienst der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Washington die Predigt gehalten. Der Gottesdienst fand in der Emmanuel Lutheran Church in Bethesda statt. Anlässlich des Reformationsjubiläums war das Predigtthema „solus Christus“. Anhand des Bibelwortes in Lukas 4, dass Jesus gekommen ist, den Armen das Evangelium zu predigen und er bereit war, dafür ans Kreuz zu gehen, hat Michael Haspel Jesus als der Christus sich darin zeigt, dass er allen Gottes Liebe weitergibt. Der Akademiedirektor hat einige Bekannte wiedergetroffen. Vor 4 Jahren hatte er in der Gemeinde schon einen Vortrag zu Martin Luther Kings Rezeption in Deutschland gehalten. Mit dem Gottesdienst ging der offizielle Teil der USA-Reise zu Ende. Die vielfältigen Eindrücke und Kontakte werden nach Haspels Rückkehr auch Impulse für die Akademiearbeit geben.
Wer lebte damals auf einer mittelalterlichen Burg? Welche Berufe gab es, wie lebte man zusammen und wie sah eine Dorfgemeinschaft im Mittelalter aus? Gemeinsam mit Medienpädagogin Andrea Janssen und Studienleiter Jan Grooten gingen 15 Jugendliche vom 27. Juni bis 1. Juli 2017 diesen Fragen beim diesjährigen Minecraft-Workshop „Ritter und Burgfräulein“ in der Jugendbildungsstätte Junker Jörg in Eisenach nach.
Im Workshop erstellten die Teilnehmenden in Gruppen mit Minecraft zwei mittelalterliche Dörfer, in denen jeder bestimmte Aufgaben übernehmen musste, um gemeinsam das Ziel zu erreichen: Eine eigene Burg bauen. Dafür mussten Ressourcen gesammelt, Berufe im Spiel ergriffen und die Gemeinschaft organisiert werden, um in Minecraft überleben und alle möglichen Tücken des Burgenbaus bestehen zu können. Neben den Herausforderungen im Spiel waren dabei auch immer Lösungs- und Kommunikationsstrategien für Probleme innerhalb der Gemeinschaft gefragt: Wie sollen wertvolle Ressourcen untereinander verteilt werden? Wer repariert die beschädigte Burgmauer und wer versorgt die Anderen derweil mit Essen? Wie werden Entscheidungen darüber getroffen, welche Gebäude errichtet werden sollen?
Zwischen den Spieleinheiten diskutierten und arbeiteten die Teilnehmenden zu unterschiedlichen Aspekten des mittelalterlichen Lebens, wie z.B. Architektur, Gesellschaft und Spielkultur, die sich später auch in den erbauten Minecraft-Welten wiederfanden.
Der Minecraft-Workshop, für den die Plätze bereits zu Beginn der Winterferien ausgebucht waren, fand nun zum zweiten Mal erfolgreich in der Jugendbildungsstätte Junker Jörg statt. Im vergangenen Jahr leitete Jan Grooten mit dem Thema „Schule bauen mit Minecraft“ die erfolgreiche Workshop-Reihe ein.
Der Sonntag braucht Schutz. Viel zu oft wird er zum siebten Werktag in der Woche – wenn Betriebe auch sonntags produzieren, Speditionen sonntags ihre Fahrzeuge beladen oder Läden am Sonntag öffnen. 27,4 Prozent der Sachsen-Anhalter arbeiten zumindest gelegentlich am Sonntag. Das sind zu viele! Daher setzt sich die Allianz für den freien Sonntag Sachsen-Anhalt für den Schutz des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung ein. Denn als solcher ist er in Art. 140 Grundgesetz geschützt.
Am vergangenen Wochenende wurde daher auf dem Schlossplatz in Wittenberg ein Banner entrollt: „Sonntag – ein Geschenk des Himmels“. Hunderte Passantinnen und Passanten nahmen diese Initiative wohlwollend auf. Und sie lauschten Superintendent Christian Beuchel, der betonte, dass der Sonntag als kulturelle Errungenschaft nicht leichtfertig aufgegeben werden darf. Vertreter der Gewerkschaften Nahrung-Genuss-Gaststätten und Ver.di erklärten, wie wichtig den Beschäftigten der Sonntag für ihre Familien sei. Denn ohne den Sonntag wären alle Tage Werktage…
Beim Abschlusspodium gingen die Meinungen auseinander: Die individuelle Freiheit und die Notwendigkeit der Mäßigung widersprächen sich. Es brauche aber verstärkte Anstrengungen, damit Wohlergehen und nachhaltige Entwicklung zugleich möglich würden.
„…dann ist mir um die Welt bange.“ Mit diesem Satz schloss Prof. Dr. Gerhard Wegner vom Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD seinen Impuls auf dem Forum des Ev. Verbands Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt am 29. Juni 2017 in Wittenberg. Bei der Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche „Arbeit, Wirtschaft, Soziales“ setzten sich zeitweise bis zu 200 Gäste in der Exerzierhalle mit der Frage des Maßhaltens auseinander. Bischof i.R. Axel Noack brachte den Gästen die Luthertexte in Erinnerung, in denen dieser sich explizit zu wirtschaftlichen Fragen äußerten. Gerade Luthers Wucherkritik und seine Sorge um die Schwächsten sollten als Orientierung für die Gegenwart neu bedacht werden. Bischof i.R. Wolfgang Huber beschrieb im Anschluss die zentrale Bedeutung der Berufung auf Basis der Freiheit, die aus dem Glauben erwächst.
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde dann die Frage des rechten Maßes in der Gegenwart gestellt. Dr. Michael Kemmer vom Bankenverband sprach sich für den funktionierenden Wettbewerb als bestes Mittel gegen den Wucher aus. Prof. Dr. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft plädierte leidenschaftlich für ein freiheitliches Wirtschaftsmodell – ein Anspruch, dem die ihm bekannten wachstumskritischen Modelle nicht entsprächen. Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, machte demgegenüber die Dringlichkeit deutlich, eine Wirtschaftsordnung zu finden, mit der die entwickelten Länder nicht mehr auf Kosten anderer leben. Denn das Maßhalten ist uns als Menschen aufgegeben – was das konkret heißt, muss zu jeder Zeit neu definiert werden.
Am Mittwoch, dem 28. Juni, besuchte Akademiedirektor Michael Haspel zunächst mit dem deutschen Honorarkonsul Sven Schumacher die Lutheran Child and Family Services in Indianapolis, eine Jugendhilfeeinrichtung der lutherischen Kirchen, die 1886 als Evangelisch-Lutherische Waisenhaus-Gesellschaft zu Indianapolis gegründet wurde. Anschließend sprach Haspel in der Cornerstone Lutheran Church in seinem Vortrag „The Impact of the 500th Anniversary of the Reformation on Germany“ zur Wirkung des Reformationsjubiläums. Der Abendvortrag über die Beziehung von Martin Luther King, Jr. zu Martin Luther wurde musikalisch von Organist Albrecht von Gaudecker begleitet. Damit fügte sich der Vortrag konzeptionell in das Programm der Resurrection Lutheran Church, die ihr Programm zum Reformationsjubiläum so angelegt hat, dass es sich nicht um eine historische Rückbesinnung handelt, sondern es um die Frage geht, was die Reformation für den zukünftigen Weg der Kirche und ihren Dienst in der Welt bedeutet. Die Ressurection Lutheran Church gehört zur Evangelical Lutheran Church in America, einer Partnerkirche der EKM. Über 100 Teilnehmende waren gekommen. An Musik und Vortrag schlossen sich eine lebhafte Diskussion und vielfältige Begegnungen an.
Vom 25. Juni bis zum 1. Juli 2017 ist Akademiedirektor Prof. Dr. Michael Haspel auf einer Vortragsreise in den USA. Nach einem Besuch im Museum of the New South am Nachtmittag hielt Michael Haspel am 26. Juni in der St. Mark’s Lutheran Church in Charlotte einen Vortrag zum Thema „Von Martin Luther zu Martin Luther King, Jr.“. 100 Gäste waren der gemeinsamen Einladung des Amercian Council on Germany, der Zeitgeist-Stiftung und des deutschen Honorarkonsuls Klaus Becker gefolgt. Anlass war das 500. Reformationsjubiläum in diesem und der 50. Todestag Martin Luther King, Jr.’s im April des nächsten Jahres. King machte seinem Namenspatron alle Ehre. Wie schon Luther stand er für seine Überzeugungen ein. Dabei bezog sich King immer wieder auf Martin Luthers Haltung. Bei einem Besuch in Berlin 1964 etwa sagte King, dass die Menschen im Süden der USA wie Martin Luther keine andere Wahl gehabt hätten, ihrem Gewissen zu folgen und gegen Rassismus und Ungerechtigkeit Widerstand zu leisten. Haspel betonte, dass bei Luther und King entscheidend ist, dass aus der Glaubensgerechtigkeit, die Gott aus Gnade zuspricht, das Engagement für Gerechtigkeit in der Welt folgt. Und das ist aktueller denn je.
Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch das Auswärtige Amt und unterstützt von JP Morgan Chase. Die nächsten Vorträge wird Akademiedirektor Prof. Michael Haspel am Mittwoch in Indianapolis halten.