Wer an der Evangelischen Akademie Thüringen arbeitet, hat nicht nur einen sehr schönen Arbeitsplatz im Zinzendorfhaus in Neudietendorf, sondern ist auch Teil eines netten zwölfköpfigen Teams. Zum 1.11.2019 ist einer unserer Arbeitsplätze mit 60% Stellenumfang neu zu besetzen: Wir suchen eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter für Sachbearbeitung und Buchhaltung.
Die Arbeitsaufgaben umfassen:
rechnerische und sachliche Prüfung von Rechnungen
Erfassen, Verbuchen und Überwachen von Zahlungseingängen und -ausgängen
selbständige tagesaktuelle Durchführung von Überweisungen und Buchungen (Online-Banking) einschließlich projektbezogener Belegdokumentation
weitgehend eigenständige Abrechnung von Veranstaltungen
Führung der Teilnehmenden-Statistik
Buchhaltung und Sekretariat für die Stiftung Evangelische Akademie Thüringen
Weitere Angaben und Informationen findet man hier.
Bewerben kann man sich noch bis 31.7.
„Kunstfreiheit bedeutet für mich, dass Kunst alles darf!“, erklärt der 15-Jährige Schüler in der Vorstellungsrunde beim Workshop „Kunstfreiheit vs. Religionsfreiheit – Zensur vs. Toleranz“ auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund. Ein Kulturjournalist schüttelt nachdenklich den Kopf. „Nein, alles sollte auch Kunst nicht dürfen.“
Der Workshop fand am Samstag, den 22. Juni im Zentrum Kulturkirche statt und wurde von Dr. Annika Schreiter geleitet. Kunstfreiheit ist eines der zentralen Themen der Kulturkirche. Im Workshop wurde die persönliche Grenze der Kunstfreiheit auf die Probe gestellt. Dafür diskutierten die Teilnehmenden eine Ausstellung mit Karikaturen zu Gottesbildern. „Stellen Sie sich vor, diese Ausstellung soll im Gemeindehaus Ihrer Kirchgemeinde gezeigt werden. Bevor die Ausstellung eröffnet wird, haben Sie die Gelegenheit, sie zu kommentieren oder zu zensieren. Was soll nicht gezeigt werden? Was sollte nur kommentiert präsentiert werden?“, so lautete die Aufgabenstellung.
Gehört es schon zur Religionsfreiheit, religiöse Gefühle nicht zu verletzen? Und muss Kunst oder Satire darauf Rücksicht nehmen? Weiterhin diskutierten die Teilnehmenden, warum die Karikaturen sie selbst nicht verletzen. Sie gingen aber bei Angehörigen anderer Religionen sofort davon aus, dass diese sich durch Derartiges angegriffen fühlen würden.
Im großen Tagungsraum der Jugendbildungsstätte bastelt, zeichnet und schreibt eine Gruppe Jugendlicher fleißig an virtuellen Avataren und ihren Geschichten. Vor dem Haus verabschiedet der Hausleiter eine andere Gästegruppe zu einem Tagesausflug zu Lutherhaus und Wartburg. Währenddessen sind Klaviermusik und Gesang aus dem Erdgeschoss zu hören – hier gestalten Konfirmandinnen und Konfirmanden gerade gemeinsam ihren Nachmittag.
Die Jugendbildungsstätte Junker Jörg in Eisenach hat in 2018 wieder vielen Jugendlichen, Erwachsenen und Familien einen lebendigen Ort des Wohlfühlens und Lernens, des Austauschs und der Gemeinschaft geboten. Am und im Haus herrschte im vergangenen Jahr viel Bewegung: Es wurden Sanierungs- und Verschönerungsarbeiten vorgenommen, an Qualitätsmanagement und Marketingkonzepten gearbeitet und die Öffentlichkeitsarbeit ausgebaut. Das Profil der Jugendbildung wurde regional und überregional weiterentwickelt und besonders im Bereich Demokratieförderung und Gamebased Learning – spielendes Lernen – vertieft.
Der nun erschienene Jahresbericht gibt einen ausführlichen Einblick in die Arbeit und Entwicklung der Jugendbildungsstätte. Das Team vom „Junker Jörg“ wünscht eine anregende Lektüre des dritten Berichts!
Manche Theaterbühnen müssen nicht besonders groß sein, um Berühmtheit zu erlangen; sie haben anderes zu bieten, um ausverkaufte Spielzeiten zu bewirken. So zum Beispiel das Ekhof-Theater in Gotha: klein und fein befindet sich die historische Barockbühne im Schloss Friedenstein, wo sie ausschließlich in den Sommermonaten bespielt wird.
Von den 160 Plätzen, die das Ekhof-Theater zu bieten hat, waren am vergangenen Samstag (6. Juli) allein 75 für die Evangelische Akademie Thüringen reserviert. Mitglieder des Freundeskreises und andere Interessierte nahmen das Angebot der Akademie wahr und tauchten für einige Stunden in die barocke Welt des 17. Jahrhunderts ein.
Bei einer Führung konnte man sich am Nachmittag über geschichtliche Hintergründe und bauliche Details des Theaters informieren und auch einen Blick in die hölzerne Unterbühne werfen. Dabei erfuhr man, dass die Kulissen innerhalb von 8 Sekunden vollständig ausgetauscht werden können – was die Bühnenarbeiter bei der Vorstellung am Abend mehrfach bewiesen.
Das Stück selbst – Die Schule der Ehemänner, eine Komödie in drei Akten von Molière aus dem Jahr 1661 – erheiterte die Theatergäste durch schnelle Dialoge, eine Fechtszene zu dritt und witzige Details, zum Beispiel wiederholt auftauchende Kohlrabiköpfe und ein Liebhaber, der von einer Ohnmacht in die nächste fiel. Wer am Ende wen erzieht, der Vormund das Mündel oder doch eher andersherum, das sagt bereits der Titel.
Zwischen Führung und Vorstellung lud der Freundeskreis seine Mitglieder zu einer gemütlichen Kaffeerunde im Café Kanne in Gotha ein, wo man sich austauschte, über die Angebote der Akademie informierte und für den Abend stärkte. Der Freundeskreis unterstützt die Arbeit der EAT ideell und finanziell und freut sich stets über weitere Interessierte. Mehr Infos und eine Beitrittserklärung finden Sie hier.
„Würden sie sich trauen, Ihre Idee jetzt hier auf der Bühne einmal selbst auszuprobieren?“ – Diese Frage eröffnete für die Gäste am 1. Juli 2019 im Theater Die Schotte e.V. Erfurt eine vollkommen andere Theatererfahrung. Im Rahmen des FSJ-Jahres entwickelte Julius Reich mit fünf weiteren FSJlerInnen den „TheaterCrasher“, ein Forum Theater Projekt nach Augusto Boal.
So muss es dem Publikum vorgekommen sein:
Ort, Atmosphäre, Licht, Musik, SchauspielerInnen auf der Bühne… – ganz klar befinden wir uns in einem Theater, in dem man sich nun ein Stück anschaut. Doch gesetzt wurde sich nur kurz. Der Moderator der angeblichen Theateraufführung bittet alle auf die Bühne. Als Publikum eine Erwärmung gemeinsam mit den Spielenden mitzumachen, ist schon etwas Merkwürdiges; auf einmal ist man eher TeilnehmerIn als Gast.
Die Szenen, die danach gezeigt werden: ernst, gemein und wahr. Herausgerissen aus dem Nachdenken darüber wird man angesprochen: „Wie fanden sie diese Situation? Was haben sie gesehen? Könnte man die Katastrophe ändern?“ Und nun kam die Aufforderung, selbst in eine der Rollen zu schlüpfen.
Die Methode Forum Theater kommt aus Brasilien und wurde in den 50er Jahren in einer Militärdiktatur entwickelt. Sie soll Menschen die Möglichkeit geben, selbst erfahrene, negative Situationen zu zeigen und Leute darin bestärken, ins Geschehen einzugreifen und mögliche Lösungen zu spielen, um Veränderungen zu bewirken.
Die beim TheaterCrasher in der Schotte gezeigten Situationen thematisieren Unterdrückung und Spaltung, was schon in der Schule beginnt. Aus den eigenen Erfahrungen heraus entwickelten Julius Reich, Jannis Biehler, Anna Maria Koch, Alina Nüchter, Amelie Lippold und Alex Klatt in zehn Proben die gesamte Vorstellung. Die gelungene Veranstaltung macht Mut, in dieser Richtung Weiteres auszuprobieren. Der Testballon ist gestartet und nun liegt es in der Zukunft, wohin er und wer mit ihm fliegen wird.
„Ich möchte euch bitten, die nächsten 20 Minuten schweigend zurückzulegen“, sagt Dorothee Petersen von der Ev. Jugend Nürnberg, die an diesem sommerlichen Mittwochabend die Waldandacht mitgestaltet. Wenig später machen sich ihre Kolleginnen und Kollegen still auf in den Wald um die Wartburg, die Gedanken auf Eigenes und die Sinne auf die Schöpfung um sie herum gerichtet. (Selbst-)Reflexion ist immer auch fester Bestandteil dieser Woche.
Vom 24. bis 28 Juni 2019 fand zum mittlerweile 16. Mal die Workshopwoche der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung (et) statt, dieses Jahr im Hotel Haus Hainstein in Eisenach. Die Workshopwoche findet traditionell in der Mitte des Jahres statt und dient den Jugendbildungsreferentinnen und -referenten im Netzwerk der et vor allem zum inhaltlichen Austausch, zur Erprobung neuer Methoden und der Planung gemeinsamer Projekte.
„Was ist die Story dahinter?“ – So ließe sich eine Kernfrage des diesjährigen inhaltlichen Schwerpunkts beschreiben: Es drehte sich um das Thema Storytelling. Wie also können Themen und Inhalte zu Geschichten werden? Und welche Stories kann, will und sollte politische Jugendbildung erzählen? Antworten auf diese Fragen wurden unter anderem in zwei Einheiten zur Entwicklung und Visualisierung von Geschichten und ihren Bildern gesucht.
Neben der methodischen Arbeit bot die Workshopwoche wieder viel Raum für wertvollen kollegialen Austausch und die Weiterarbeit an Netzwerkprojekten. Dazu zählen etwa „Empowered by Democracy“, das Projekte der politischen Bildung mit jungen Geflüchteten umsetzt, oder die Innovationsgruppe „Digitale Demokratie“, die ein eigenes Escape Game entwickelt und erprobt.