Die Sonne scheint über Neudietendorf, die Bienen summen durch den Garten des Zinzendorfhauses und im Büro der Evangelischen Akademie Thüringen klappern nur hinter vereinzelten Türen die Computertastaturen. Drei untrügliche Zeichen dafür, dass Sommer ist. Unsere Pause hier in Neudietendorf wird kurz sein – schon am 3. August startet die Sommerakademie zur Pluralen Ökonomik mit über 100 Teilnehmenden aus 18 verschiedenen Ländern. Damit läuten wir ein ereignisreiches zweites Veranstaltungshalbjahr in der Akademie ein. Ende August folgt dann in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt der Liverollenspiel-Workshop „Rückkehr nach Tiamast“.
Bis dahin wünschen wir allen Freundinnen und Freunden der Akademie eine erholsame und fröhliche Sommerzeit und halten es mit Paul Gehrhard:
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
Sommerliche Temperaturen, Diskussionen über Demokratie, Spiele im nahen Wald und am Computer: Bereits zum dritten Mal fand in der Jugendbildungsstätte Junker Jörg ein Ferienworkshop mit dem Computerspiel Minecraft statt. Vom 02. bis 06. Juli 2018 trafen sich 15 Jugendliche zur Projektwoche „Demokratie spielend erleben“ in Eisenach und bauten in Minecraft gemeinsam digitale Dörfer. Die Woche stand dabei ganz im Zeichen der Fragen, was Demokratie für uns ausmacht: Wo findet Demokratie im Alltag und eigenen Leben statt? Was unterscheidet sie von Diktaturen, Monarchien und anderen Regierungsformen? Und was heißt es, wenn Demokratie nicht nur als Staats-, sondern auch als Lebens- und Gemeinschaftsform verstanden wird?
Antworten darauf fanden die Jugendlichen unter anderem in einer eigenen Verfassung, die sie für den Umgang miteinander in und außerhalb von Minecraft verabschiedeten. Denn nicht nur am Computer wurde Demokratie im Workshop erlebbar. Bei Kooperationsspielen im Wald bei der Wartburg, thematischen Einheiten und Diskussionen tauschten sich die Jugendlichen über ihr Verständnis von Demokratie, Respekt und Gleichberechtigung aus. Dazu gehörte auch ein Besuch im Eisenacher Rathaus bei der Kinderbeauftragten Annette Backhaus und Jugendkoordinator Björn Lange. Auf die Frage, wo Kinder sich politisch beteiligen können, machte die Kinderbeauftrage Mut zum Engagement: „Das liegt ganz bei euch, in euren Einrichtungen, wo es um euch geht, wie z. B. in der Schule“. An den Institutionen und Bildungsträgern wiederum liege es, die Wichtigkeit der Beteiligung Jugendlicher ernst zu nehmen und entsprechend Möglichkeiten zu eröffnen.
Zum Abschluss des Workshops bereiteten die Jugendlichen eine Präsentation vor, um Eltern und Angehörigen einen Eindruck von der Woche und den erstellten Minecraft-Bauwerken zu geben. „In der Schule haben wir eher theoretisch über Demokratie gesprochen, hier haben wir es praktisch erlebt“, fasst eine Teilnehmerin ihre Eindrücke zusammen.
Wer am diesjährigen Workshop nicht teilnehmen konnte, kann sich jetzt schon freuen: Auch für das kommende Jahr sind wieder Minecraft-Projekte in der Jugendbildungsstätte Junker Jörg geplant.
Seit nun mehr zwei Jahren gestaltet Jan Grooten als Studienleiter der Evangelischen Akademie Thüringen das pädagogische Angebot der Jugendbildungsstätte Junker Jörg. In dieser Zeit hat sich an Haus und Hof und in den Bildungsangeboten viel getan: Es wurde mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam ein Leitbild für die Arbeit entwickelt. Das Haus wird kontinuierlich saniert und verschönert. Und die Bildungsarbeit gewinnt mehr und mehr an Profil. „Wir machen nicht alles, aber das was wir tun, machen wir gut!“, fasst es Jan Grooten zusammen. Historisch-politische Bildung am historischen Ort, Demokratie lernen und Digitalisierung sind die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit. Gamebased Learning, also spielend lernen, hat sich zu einem methodischen Schwerpunkt entwickelt. Und so kann man in der Jugendbildungsstätte in Eisenach mit dem Computerspiel Minecraft etwas über das Mittelalter in Eisenach lernen, am netzpolitischen Fachtag generationenübergreifend über die Smartphone-Nutzung philosophieren oder Handyfilme über Luther drehen. Ausführlich findet man all diese Entwicklungen im gerade erschienen Jahresbericht 2017 der Jugendbildungsstätte Junker Jörg. Das Junker Jörg-Team wünscht eine anregende Lektüre!
Bei schönstem Sommerwetter tagte am vergangenen Freitag, 29. Juni 2018, erstmals der Beirat des Netzwerkprojekts Thüringen 19_19 im Zinzendorfhaus Neudietendorf. Bereits 2013 haben sich Thüringer Akteure aus dem Bildungsbereich zusammengeschlossen, um Demokratielernen im Freistaat nachhaltig zu stärken. Das Demokratie-Jubiläumsjahr 2019 – 100 Jahre Weimarer Republik, 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall – ist der Anlass, um Thüringer Bildungseinrichtungen von Kita bis Gedenkstätte zu Lernorten der Demokratie zu entwickeln. Federführend in dem Netzwerkprojekt sind die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Demokratisch Handeln e. V. und die Evangelische Akademie Thüringen.
Im Frühjahr konnte eine Geschäftsstelle in Jena für das Projekt eingerichtet werden. Die inhaltliche Ausrichtung und die Auswahl der Lernorte wird der nun konstituierte Beirat begleiten und bestimmen. Vertreten sind darin viele Netzwerkpartner aus ganz Thüringen wie die Stiftung Ettersberg, die Evangelische Schulschiftung oder Vertreterinnen der lokalen Partnerschaften für Demokratie. Interessierte Institutionen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und Projekte und Ideen einzureichen, um Lernort der Demokratie zu werden. Der Call for Projects ist gerade erschienen und die Bewerbung ist laufend möglich.
„Es ist Zeit, die Perspektive zu wechseln – also fangen wir am besten gleich damit an“ eröffnete Maria Fronz, Fachpromoterin für Globales Lernen des Eine Welt Netzwerk Thüringen e.V., die Fotoausstellung „ÜberMUT – Friedensinitiativen der Welt“. Zur Vernissage am 21. Juni 2018 lud Carina Rüllich ins Zinzendorfhaus ein, um die Ergebnisse ihres FSJ-Projekts mit einer Schulklasse aus dem Gymnasium Ernestinum aus Gotha zu präsentieren und die Fotoausstellung feierlich zu eröffnen.
In ihrem FSJ-Projekt „Frieden in Farbe und Form“ hatte die Freiwillige der Evangelischen Akademie Thüringen in der Woche zuvor mit den Schülerinnen und Schülern kreativ zum Thema Frieden gearbeitet. „Ich bin sehr zufrieden und glücklich über die Mitarbeit, das große Engagement sowie die entstandenen Friedenswerke der Schülerinnen und Schüler“, resümierte Carina Rüllich. Auch die 14-Jährigen traten mutig vor das Publikum, um über ihre Friedenswerke zu sprechen. Zu guter Letzt wurden die Gäste über die Arbeit des Eine Welt Netzwerk Thüringen e.V., den Kooperationspartner des Projekts, informiert.
Maria Fronz und Carina Rüllich waren sich einig, dass die Fotoausstellung berührt, informiert und ein gutes Medium ist, mit dem Projekte zum Thema Frieden entwickelt werden können. Die Fotoausstellung ist noch bis Mitte September im Zinzendorfhaus zu sehen.
Bei Fragen rund um die Erstellung der Fotos, den Kontakt zu den Initiativen und zur Ausleihe der Ausstellung wenden Sie sich bitte an Frau Pratibha Singh unter p.singh@ewnt.org und weitere Informationen zur Ausstellung erhalten Sie hier.
Einen Radiobeitrag dazu von Radio Lotte Weimar finden Sie hier. Einen Weiteren von Antenne Thüringen finden Sie hier
Zum dritten Mal nach 2016 und 2017 hatten die Kirchengemeinden der Lutherstadt Wittenberg zum ökumenischen Handwerker-Gottesdienst eingeladen. Am Sonntag, 27. Mai, feierten Handwerkerinnen und Handwerker aus den verschiedensten Gewerken und unterschiedlichen Konfessionen in der katholischen Pfarrei St. Marien gemeinsam Gottesdienst. Sie trafen sich in dem Glauben, dass die Pfingstbotschaft allen Menschen und Völkern gilt – so war denn auch „Feuer und Flamme“ ein passendes Motto. Pfarrer Markus Lorek fand in seiner Predigt anschauliche Worte, das Feuer des Evangeliums und das Selbstbewusstsein der christlichen Handwerker zu verbinden. Wie in den vergangenen Jahren hatte der Wittenberger Arbeitskreis Handwerk und Kirche den Gottesdienst federführend gestaltet. Schon im vergangenen Jahr war von einem Tischler ein hölzernes Kreuz geschaffen worden, an dem die Handwerkerinnen und Handwerker mit schmiedeeisernen Nägeln die Fürbitten befestigten. Ebenfalls mit Feuer und Flamme war der Schmied Uwe Beer bei der Sache, als er nach dem Gottesdienst ein Kreuz schmiedete. Die Handwerks-Gemeinde versammelten sich im Anschluss zum Kirchenkaffee auf dem Kirchhof. Und neben Grußworten, Gesprächen und dem Genuss von Gebackenem konnten sie dort auch dem Entstehen des Kreuzes zusehen.