Wie weiter in Zivilgesellschaft, Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit? Dieser Frage stellten sich über 80 Teilnehmende an einer Fachtagung im Augustinerkloster vom 10.03-11.03.2025. Neben spannenden Vorträgen zu „Rechtsextremismus in Ostdeutschland“ und zu „Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft“ gab es viel Raum zum Austausch über die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen. Egal ob im Beruflichen oder Privaten, überall erleben wir einen zunehmenden Druck auf die Zivilgesellschaft, einen Anstieg an Anfeindungen und Verrohung der Debattenkultur.
Konnte es zwar auf die Frage in Abschlussrunde „Was macht euch Mut?“ keine universelle Antwort geben, so kam das klare Signal: „Das sich so viele zu so einer Tagung treffen und vielseitige Ideen einbringen, das kann Mut machen“.
In vier Workshops wurden einige dieser Ideen am Dienstagvormittag intensiver besprochen und ausprobiert. Die Akademie war mit einem Workshop zu Forumstheater in der politischen Bildung beteiligt. Diese von Augusto Boal entwickelte Theaterform aus dem Theater der Unterdrückten macht in kleinen Bühnenstücken Unterdrückungsmomente deutlich. Diese werden dann aber nicht einfach so stehen gelassen. Sie werden wieder und wieder gespielt und das Publikum wird zum Forum, das sich einbringt. Ersetzt man die Unterdrückten und versucht sich anders zu verhalten? Stellt man sich beschützend dazwischen? Holt man andere zur Hilfe? Alles kann spielerisch ausprobiert werden. „Auch wenn es aus zeitlichen Gründen nur ein kleines Reinschnuppern war, hat es auf jeden Fall mein Interesse am Forumstheater geweckt und motiviert mich damit zukünftig nochmal intensiver zu beschäftigen. Und wer weiß, vielleicht auch mal in der Praxis einzusetzen“ fasste Lisa Weise, aus der Offenen Arbeit Erfurt, ihre Erlebnisse beim Workshop zusammen.
Bildserie: Impressionen von der 11. Thüringer Arbeitszeitkonferenz (AZK). Die AZK ist ein aktives Konferenzformat der Allianz für den freien Sonntag und der Evangelischen Akademie Thüringen. Foto: Fehlberg/EAT.
Die Thüringer Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) gibt einen Impuls und stellt sich den Fragen der Anwesenden. Die "Brombeerkoalition" sei nicht "SPD pur", gab Schenk zu Protokoll. Foto: Lübbers/EAT.
Tim Stolze vom Landesamt für Vebraucherschutz, Abteilung Arbeitsschutz (li.) und Julia Langhammer vom DGB (re.) resümieren Workshopergebnisse. Foto: Fehlberg/EAT.
24/7-Ladenöffnung?! Dr. Ralf Stroh (Mitte sitzend), theologischer Referent Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung, und Knut Bernsen (re. stehend), Landesgeschäftsführer des Handelsverbandes Thüringen, im Pro-und-Contra-Format. Foto: Fehlberg/EAT.
Dass die neue Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) auf der 11. Thüringer Arbeitszeitkonferenz Präsenz zeigte, spricht angesichts der noch frischen „Brombeerkoalition“ (CDU, SPD, BSW) für die Schwerkraft dieser jährlichen Neudietendorfer Fachtagung. An die Teilnahmen ihrer Vorgängerin Heike Werner (LINKE) anknüpfend, gab Schenk einen Impuls an die Konferenz und nahm viele Impulse wieder mit in das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie.
Eines der Schwerpunkthemen in diesem Jahr war die sozial-ökologische Transformation im ländlichen Raum Thüringens, welche anhand des Verbundprojekts ECO2WEL im Eichsfeld ein konkretes Gesicht mit Vorbildcharakter erhielt. Aus Bremen und Wien in Österreich kamen mit Dr. Carsten Sieling und Valentin Wedl Vertreter der dortigen Arbeitskammern, um deren Verortung im (deutschen) Wirtschaftskammerwesen zwischen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Berufskammern deutlich zu machen. Schließlich fand auch wieder das „Brot-und-Butter-Thema“ seinen angestammten Platz: die Beschäftigung mit dem Arbeitszeitgesetz und dem Arbeitsschutz, welche in fachlich-gründlicher Weise von Mitarbeitenden des Landesamts für Verbraucherschutz angeleitet wurde.
Themen von Arbeitskammer bis Sonntagsöffnung
Am zweiten Veranstaltungstag wurde eine kontroverse Debatte ausgefochten, welche sich beim Gespräch mit der Ministerin am Morgen schon stark angekündigt hatte: Wie hältst Du’s mit den 24/7-Ladenöffnungszeiten?! Schon in der Färbung der Publikumsfragen an Schenk zeigte sich, dass die Arbeitszeitkonferenz maßgeblich von der Allianz für den freien Sonntag organisiert wird, einem Bündnis aus Gewerkschaften, den ökumenisch verbundenen Kirchen und weiteren Organisationen, welche sich für den arbeitsfreien und zumal gesamtgesellschaftlich als Ruhe- und Gemeinschaftstag anerkannten Sonntag einsetzen.
Als Kontrahenten eines von der Moderatorin Alexandra Husemeyer ausgestalteten Pro-und-Contra-Formats traten Knut Bernsen, Landesgeschäftsführer des Handelsverbandes Thüringen, und Dr. Ralf Stroh, theologischer Referent für Wirtschafts- und Sozialethik am Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, in die „Arena“. Während Bernsen mit den Wünschen und Bedürfnissen von Politik, Handel und Konsumenten argumentierte, schärfte Stroh das Bewusstsein dafür, dass der Sonntag nun mal kein Werktag sei und die 24/7-Ladenöffnung für „Kleinstsupermärkte“ in Wahrheit zu einem Dammbruch für den grundgesetzlich geschützten Sonntag werden könne.
Warnung: Dammbruch des grundgesetzlichen Sonntagsschutzes
Das Publikum zeigte nach den Plädoyers eine zwar kritische, aber durchaus differenzierte und eigenständige Haltung gegenüber der 24/7-Ladenöffnung. Es wurde deutlich, dass die Argumentation von Politik und Handel in Richtung „digitaler Dorfläden“ als Sympathieträger für eine „Belebung des ländlichen Raums“ nicht ohne weiteres verfängt. Der schmerzlich vermisste Dorfladen, so die vielfach geäußerte Befürchtung, könne als Türöffner für den gesamten stationären Einzelhandel missbraucht werden, der die strukturellen Probleme des ländlichen Raums ganz sicher nicht löse.
Die tatsächliche Entwicklung der Gesetzgebung in Mitteldeutschland nährt diese Zweifel erheblich. In Thüringen – dies hat zumal Ministerin Schenk in ihrem Konferenz-Impuls bekräftigt – sei eine entsprechende Gesetzesänderung zugunsten digitaler „Verkaufsstellen ohne Personal“ eine Frage der Zeit. In Sachsen-Anhalt ist kürzlich bereits eine Gesetzesänderung beschlossen worden: Diese sieht keinerlei Flächenbegrenzungen für „vollautomatisierte Verkaufsstellen“ mehr vor, wie es in anderen Bundesländern wie etwa Hessen noch der Fall ist. Es wird mit keinem Wort mehr der ländliche Raum fokussiert. Das umfassende „Aufbohren“ des Möglichkeitsraums für die allgemeine Sonntagsöffnung ist damit einen gehörigen Schritt näher gerückt.
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Im Downloadbereich dieses Beitrags finden Sie die Präsentationen der Referent:innen auf der 11. Thüringer Arbeitszeitkonferenz (PDF), sofern vorliegend und freigegeben.
Mein Bild über den Tod hinaus, gemalt von einer Teilnehmerin bei der Tagung. Foto (c): Kranich/ EAT.
Schneeglöckchen schmückten den Altar bei den Andachten. Foto (c): Kranich/ EAT.
Dieses Thema kennt keine Himmelsrichtung und kein Alter. Von zwei Studentinnen Anfang 20 bis hin zum 90-jährigen Senior reichte die Alterspanne bei der ausgebuchten Tagung „Mein Umgang mit der (Un-)Endlichkeit. Angst- und Hoffnungsbilder im Gespräch“. Gekommen waren ebenso viele Männer wie Frauen, die Hälfte der Teilnehmenden war im Osten, die andere Hälfte im Westen Deutschlands gebürtig.
Unter der Leitung von Akademiedirektor Dr. Sebastian Kranich und Pfarrerin Dorothee Herfurth-Rogge (Supervisorin und klinische Seelsorgerin) ging es um den zeitgenössischen Umgang mit Sterben und Tod sowie um heutige Vorstellungen vom Leben nach dem Tod. Schon nach den wissenschaftlich fundierten Vortragsteilen wurde sehr persönlich diskutiert.
Noch offener verlief das Gespräch in den zwei Gruppen über die individuellen Erfahrungen mit dem Tod sowie die eigenen Bilder über den Tod hinaus. Alle Teilnehmenden waren bereit, ein solches Bild zu malen. So entstanden große Blätter in unterschiedlichen Farben und Formen: teils abstrakt und symbolisch, teils konkret und lebensgeschichtlich verankert.
Am Ende der Tagung war Dankbarkeit das vorherrschende Gefühl. Dankbarkeit für die Offenheit und wechselseitige Wertschätzung. Oder wie es eine Teilnehmerin in der Schlussrunde zusammenfasste: Ich konnte mich hier öffnen. Zugleich hatte ich immer die Kontrolle darüber, wie weit ich dabei gehen möchte.
Graphic Recording beim Vernetzungstreffen des EAD-Projekts "Landwandel": Grafik: (c) Alix Einfeldt
Für den Austausch kamen Studienleitende aus unterschiedlichen Ev. Akademien in Hofgeismar zusammen und diskutierten über Veranstaltungsangebote in ländlichen Räumen. Foto: (c) Medebach/EAD
Mit dem demografischen Wandel wird auch in ländlichen Räumen die Frage nach ausreichenden Versorgungsstrukturen sowie nach einer guten Lebensqualität für die älteren Generationen zunehmend gestellt. In Hofgeismar trafen sich vom 26. bis 27. Februar zwölf Studienleitende der Evangelischen Akademien in Deutschland, die mit ihren Themenbereichen und Veranstaltungen auf dem Land unterwegs sind, zu einer Vernetzungstagung und diskutierten unter anderem diese genannten Fragen.
Dr. Tobias Mettenberger vom Thünen-Institut in Braunschweig sprach in seinem Vortrag über die vielfältigen Alltagswelten der dritten und vierten Generation sowie über die vorhandenen Aktionsräume, bei denen vor allem auch bürgerschaftliches Engagement der sogenannten „jungen Alten“ eine große Rolle für die Lebenszufriedenheit spielt.
Dr. Anneli Sterzinger, Leiterin des Förderprogramms „Miteinander Reden“, berichtete am zweiten Tag aus ihrer Erfahrung von vier Förderphasen mit je hundert Einzelprojekten von den Gelingensbedingungen einer nachhaltigen Gestaltung von Projekten auf dem Land und zu ländlichen Räumen.
Ein weiterer wichtiger Baustein des Tagungsprogramms war der Austausch der Studienleitenden untereinander. So erzählten sie von erfolgreichen Veranstaltungsformaten, aber auch aufgetretenen Schwierigkeiten in der Planung und Durchführung. Dabei fand viel Beratung auf Augenhöhe statt und neue gemeinsame Vorhaben wurden besprochen.
Die nächste Vernetzungstagung wird im November diesen Jahres stattfinden. Außerdem stehen vier Begegnungswerkstätten in Thüringen, im Sauerland, am Wattenmeer und in Altenkirchen – ausgerichtet von unterschiedlichen Evangelischen Akademien – auf dem Programm.
Akademiedirektor Sebastian Kranich begrüßte die Gäste. Foto (c): Wollenhaupt-Schmidt/EAT.
Die renommierte Historikerin Lyndal Roper berichtete von ihren Forschungsergebnissen zur Motivation der Bauern. Foto (c): Wollenhaupt-Schmidt/EAT.
Der Erfurter Kirchenhistoriker Andreas Lindner moderierte die Veranstaltung. Foto (c): Wollenhaupt-Schmidt/ EAT.
Der Bauernkrieg trifft einen Nerv. Mehr als 30 Jahre lang lockte das Thema kaum jemanden hinter dem Ofen hervor. Jetzt aber kann eine Veranstaltung zu zwei dickleibigen Büchern darüber seit Tagen ausverkauft sein.
So geschehen in Kulturhaus Dacheröden, in dem am 25. Februar die renommierte Historikerin Lyndal Roper und der bekannte Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann ihre Herangehensweisen an, Thesen über und Einsichten zum Phänomen 1525 vorstellten. Anregend moderiert vom Erfurter Kirchenhistoriker Andreas Lindner ging es nach der Begrüßung von Akademiedirektor Sebastian Kranich gleich zur Sache:
Sie habe verstehen wollen, was Menschen in Zeiten des Umbruchs bewegt, welche Erfahrungen sie vor 500 Jahren gemacht haben, äußerte Lyndal Roper zu Anfang. Er habe mit falschen Narrativen aufräumen wollen, so die Motivation von Thomas Kaufmann. Der Bauernkrieg sei national und marxistisch überhöht worden, seine theologischen Lehrer hätten Luther gegen die Bauern apologetisch verteidigt und deren Anknüpfen an die Reformation als Missverständnis abgewehrt.
Rasch wurde deutlich, dass beide – in je eigener, sich ergänzender Weise – den Bauernkrieg als Teil der Reformationsgeschichte fassen. Als eine Bewegung, die Ideen Luthers aufgreift und in diskursiver Weise weiterentwickelt, bis sie eine Sprengkraft erlangen, die die soziale und die Rechtsordnung des 16. Jahrhunderts bis in die Grundfesten erschüttert. So führe etwa eine zentrale Linie von Luthers Begriff der „Freiheit“ in der „Freiheit eines Christenmenschen“ (1520) hin zu den „12 Artikeln der Bauern“ (1525), in denen es heißt: „dass uns Christus alle mit seinem kostbaren vergossenen Blut erlöst […]. Darum findet sich in der Schrift, dass wir frei seien und sein wollen.“ Luther sei die Geister, die er rief, nicht wieder losgeworden, so Thomas Kaufmann. Seine katholischen Kritiker hätten das damals richtig gesehen.
Lyndal Roper führte aus: Konkret sei es um eine gruppenbezogene Freiheit gegangen, um Abschaffung der Leibeigenschaft, um das Recht zur Wahl der Geistlichen, um allgemeine Rechte zur Nutzung von Ressourcen, von Wald und Wiesen, Wild und Fischgewässern – gedanklich gestützt von einer bäuerlichen Theologie, die auf der Formulierung von Grundrechten basierte, die von Gott gegeben sind.
Es scheint das Überschüssige und Unabgegoltene dieser Bewegung zu sein, die in den Umbrüchen der Gegenwart Resonanz findet. Jedenfalls wurde an diesem Abend in Erfurt, zu dem die Katholische Akademie des Bistums Erfurt und die Evangelische Akademie Thüringen gemeinsam mit der Herbstlese Erfurt eingeladen hatten, reichlich auf die Gegenwart angespielt:
Lyndal Roper verwies auf unseren Umgang als Gesellschaft mit natürlichen Ressourcen und der Umwelt sowie – auch kritisch gegenüber den Bauern von 1525 – mit Frauen. Denn diese hätten ihre Solidarität auch bloß als „Bruderschaft“ gedacht. Thomas Kaufmann griff noch stärker ins aktuell Politische aus. Am Bauernkrieg könne man lernen: Krieg ist sinnlos. Medien sind nicht harmlos. Und: Die Fugger waren nicht die Helfer der Bauern. Elon Musk ist nicht der Helfer der AFD-Wähler.
Am Ende des Abends gab es bei der Verabschiedung durch den Leiter der Katholischen Akademie Niklas Wagner reichlich Applaus, nicht zuletzt für Thomas Kaufmann, der trotz Krankheit online Rede und Antwort gestanden hatte. Im Anschluss war der Büchertisch reichlich frequentiert und Lyndal Roper konnte ihr Werk mehrfach signieren.
Die Hardcoverversion und die Taschenbuchausgabe unterscheiden sich von der Aufmachung sehr, so wie auch der deutsche Buchtitel stark vom Original abweicht. Foto: (c) Mock/EAT
Hintergrundinformationen zur Autorin und dem japanischen Originaltitel gab Dr. Ulrike Wollenhaupt-Schmidt. Foto: (c) Mock/EAT
In Yoko Ogawas Roman „Insel der verlorenen Erinnerung“, 1994 im japanischen Original und 2020 in deutscher Übersetzung erschienen, geht es um Dinge, deren Existenz von einer ominösen Regierung verboten werden und die deshalb verschwinden müssen, auch in der Erinnerung der Menschen. Was anfänglich noch verschmerzbar scheint, so es sich um Gegenstände wie Parfum oder Hüte handelt, wird zunehmend existentiell bedrohlich, bis hin zum Verlust von Jahreszeiten und sogar Körperteilen.
13 Personen diskutierten beim Literarischen Salon unter dem Motto „WeltGeblickt!“ am Mittwoch, den 19. Februar in der Buchhandlung Contineo in Erfurt die Interpretationsmöglichkeiten und Schlüsse, die man aus diesem Roman ziehen kann. Sie verglichen den Text nicht nur mit anderen Werken aus dem dystopischen Genre – wie etwa George Orwells „1984“ – sondern fanden auch Referenzen auf literarische und künstlerische Strömungen wie den Magischen Realismus oder direkte Anspielungen, z.B. auf das Tagebuch der Anne Frank.
Über allem jedoch hing die beklemmende Frage: Wie geht eine Bevölkerung mit sich zuspitzenden totalitären Verhältnissen um? Ab wann wird Widerstand schier unmöglich, und bis zu welchem Punkt merkt man vielleicht noch nicht einmal, dass die Verluste zur unumkehrbaren Zersetzung führen?
Bei allen konkreten Anspielungen – sowohl aus der japanischen Kultur, als auch auf deutsche Geschichte und den Holocaust, konnte doch festgehalten werden, dass die Geschehnisse in Ogawas Erzählung universalistisch zu verstehen sind: Der Aufbau eines repressiven Staatssystems und der zunehmende Fatalismus der Bürger:innen bis hin zur völligen Aufgabe von Handlungsmöglichkeiten und individuellen Rechten gehen schleichend, aber stetig einher, und sie können überall auf der Welt geschehen, wo nicht rechtzeitig Einhalt geboten wird. Aktueller könnte die Lehre aus dieser Lektüre wohl kaum sein.
Durch den Abend führten Dr. Ulrike Wollenhaupt-Schmidt, die mit Hintergründen und Details zur Autorin, zur japanischen Sprache und Kultur die Diskussion bereicherte, und Dr. Sabine Zubarik, Veranstalterin des Literarischen Salons. Kooperationspartnerin für die Veranstaltungsreihe ist Christiane Mock, Inhaberin der Buchhandlung Contineo in Erfurt.
Der nächste Salon am 23. April widmet sich dem Roman „Ein Sommer in Prag“ von der tschechischen Autorin Zdena Salivarová, zu dem wir schon heute herzlich einladen!